Was Ihr Wollt

Shakespeare

Was war das für ein bunter, trunkener, fröhlicher Haufen im Frühling 2007! Unter der Regie von Eva Enderlin führten wir Shakespeares «Was Ihr Wollt» mit viel Lust, Spektakel, Gesang und Musik auf.

Regie: Eva Enderlin
Musik: Gustavo Nanez
Regieassistenz: Christine Heim
Kostüme, Maske: Christine Heim
Licht, Ton: Daniel Rutishauser, André Radlinsky
Flyer: Frau Schmid, Peter Rüegg
Werbung: Theres Affolter
Produktionsleitung: Marcel Zarske

Theres Affolter
als rappender, tanzender, singender Narr
Cécile Hoby
als schlaue, verliebte, fast ertrinkende Viola
Claudia Schmidt
als hochnäsige, fast allen Männern überdrüssige und dann doch liebestrunkene Gräfin Olivia
Sofie Erhardt
als freches, gewitztes, keinen Männern überdrüssiges Kammermädchen Maria
Sandra Heim
als herumhängender, im Grunde doch ehrlicher Lausbub Fabian
Thomas Camenzind
als betrunkener oder verkaterter Blödmann und Hasenfuss Christoph von Bleichenwang
Tilman Eberle
als betrunkener oder verkaterter Schmarotzer und Nichtsnutz Tobias von Rülp
Jean-Rudolf Stoll
als treuer, sentimentaler Haudegen und Kapitän Antonio, rettet Sebastian aus den Fluten
Lenz Furrer
als feiner, verwirrter, fast ertrunkener und dann auch liebestrunkener Sebastian, Zwillingsbruder von Viola
Beat Landert
als vollkommen liebestrunkener, träumerischer und herumtanzender Graf Orsino
Philipp Neff
als dienender, auf dem Klavier herumklimpern wollender und herumhängender Curio
David Aschmann
als gewissenhafter Malvolio, der keinen Spass versteht und ernsthaft liebestrunken wird, was für andere wiederum sehr spassig ist
Marcel Zarske
als Polizist

ausserdem neben, hinter, über der Bühne: Christoph Barth, Martin Buck, Tania Camenzind, Thomas Camenzind, Christian Gfeller, Ulrike Gleich, Marianne Heim, Sonja Rüegg, Samy Sobhy, Markus Stammbach, Irene Wegmann

Zum Inhalt
Die Zwillinge Viola und Sebastian überleben einen Schiffbruch und werden in Illyrien an Land gespült. Kaum selbst den Fluten entkommen und nicht vom Glück des andern wissend, treffen sie unabhängig voneinander auf allerlei trinkende und ertrinkende Gestalten. Ein liebestrunkener Graf, eine in Trauersehnsucht ertrinkende Gräfin, zwei stets betrunkene Junker und weitere Bewohner Illyriens lassen sich durch die Ankunft der Zwillinge (Viola als Junge verkleidet) in eine noch grössere Verwirrung stürzen.
OLIVIA: Was fällt dir zu Trunkenbold ein, Narr?

NARR: Ein Ersoffener, ein Narr und ein Irrer. Beim ersten Glas übern Durst wird er zum Narren, beim zweiten zum Irren und im dritten ersäuft er.

Zur Inszenierung
Alles «Was Ihr Wollt» scheint sich Shakespeare für seine letzte Komödie (1601 verfasst) vorgenommen zu haben. Der englische Titel «The Twelfth Night» benennt die Dreikönigsnacht am 6. Januar, welche seinerzeit als Abschluss der weihnachtlichen «Raunächte» mit Mummenschanz und Geisterumzügen gefeiert wurde. Diese letzte Karnevalsnacht bildet gewissermassen den Ausgangspunkt fürs Stück, und wie in einem «Best of» zieht Shakespeare zum Abschluss seiner komödiantischen Werke nochmals alle Register. In unserer Inszenierung lassen wir daher alles aus dieser karnevalesken Feststimmung, aus diesem «Nass», entstehen: Alle Figuren sind auf ihre Weise Trunkenbolde – entweder betrunken, liebestrunken oder ertrunken. Die ganze Geschichte entwickelt sich aus einem Aufgewühltsein, aus einem überbordenden Meer von Gefühlen, und alle schwimmen sie mit, tauchen ab und wieder auf, oder glauben gar, darüber zu stehen.

NARR: Narrheit geht um die Welt wie die Sonne, sie leuchtet überall.