Tipps für Schauspieler
Die Aufführungen waren toll! Die letzte Vorstellung ist vorbei. Und jetzt? Wie geht es weiter? Das Gefühl nach der Derniere ist für die einen eine Leere, für die anderen eine Befreiung.
Gehörst Du zu denen, die in ein Loch fallen? Tu etwas dagegen! Lies die Tipps!
Wir fragten die Mitglieder der Jungen Bühne Zürich, was sie gegen die Leere tun. Sie gaben uns folgende Antworten:
- Schau dir Fotos an
- “Man lade seine Erinnerungsfotos auf die Website des Vereins,” meinte ein Mitglied und machte es mit 100 Bildern gleich vor. Ist das nicht aufwändig? fragten wir uns.
- Sprich mit Freunden
- “Sprich mit Freunden über das Stück,” meinte ein anderes Mitglied. Na klar, die guten alten Freunde. Für alles müssen sie herhalten.
Wir fragten uns: Was sind wahre Freunde? Solche, die das Stück nicht gesehen haben? - Umgib dich mit Unwissenden
- … sagte eine Schauspielerin. Sie meinte damit “Leute, die keinen blassen Dunst von der Theaterwelt haben.” Und ging sogar noch weiter: “Umgib dich mit Leuten, die mit Schauspielerei überhaupt nichts am Hut haben und den Kauf eines Theatertickets als Geldverschwendung betrachten…!”
Auf diese Weise sei man sicher, nicht in schönen und umso schmerzlicheren Erinnerungen schwelgen zu müssen. - Umgib dich mit Theaterfans
- Eine andere Schauspielerin schlug das Gegenteil vor: sich mit möglichst vielen Theaterleuten zu umgeben. Mit Leuten, “die mit dir während der harten Probenarbeit fluchten und litten, und mit denen du am Ende die Früchte all dieser Entbehrungen pflücken durftest und den tosenden Applaus des begeisterten Publikums entgegen nahmst.”
Es sei wichtig, mit seiner Trauer nicht alleine zu sein, meinte sie. Dann fühle man sich verstanden: “Diese aktive Verarbeitung wird dir die Chance geben, in der Gruppe neuen Mut zu fassen und mit Freude der kommenden Produktion entgegenzublicken.”
- Trenne dich vom Partner
- …”dann weisst du anschliessend, weshalb du in ein Loch fällst,” bemerkte ein Mitglied.
- Fang ein Techtelmechtel an
- “Verliebe dich in einen Schauspieler oder eine Schauspielerin!” hiess es von einem Mitglied. Ein anderes sagte:
“Vertiefe Theaterflirts! Nun sind die Abende endlich wieder frei, um für Kino, Theater- und See-Schwimmen abmachen zu können. Sämtliche Personen, die dich bewundernd im Theater besucht haben, werden dir garantiert keine Abfuhr geben!” - Beende niemals die Liz-Arbeit
- Das Besondere an diesem Tipp sei, dass man grad sofort wieder wisse, was man eigentlich zu tun habe, wenn das Theater fertig sei.
- Übernachte im Schrank
- Dieser Schauspieler musste in “Ausser Kontrolle” einen Bums auf den Kopf gekriegt haben; er schlug nämlich vor: “Zusammen mit der Freundin im Schrank hängend übernachten.” Anschliessend gebe es nur Eines: “Auf die Fidschi Inseln fliegen!”
- Dusch dich
- Gute Idee! Sauber werden! Endlich mal ein brauchbarer Tipp!
Der Tipp kam von einem Mann. Er philosophierte: “Manchmal hat ein heisses Bad eine beruhigende Wirkung. Manchmal auch eine kalte Dusche.” - Verwöhne dich
- “Tu deinem Körper etwas Gutes mit einem physischen Feng-Shui, einem basalen Thai-Chi, einer Ganz-Körper-Seelen-Massage, einer Wasserader-Spring-Therapie, einer Alles-muss-weg-Entschlackungs-Kur, einer Himalaya-Salz-Oase, einer entionisierenden und entstrahlenden Meister-Yoga-Stunde und einem rhythmisch-einmittenden Chang.” Dies alles verriet uns ein gesprächiges Mitglied.
- Forme deinen Körper
- Eine JBZ-Frau gab zu bedenken, dass nach einer Frühlingsproduktion der Sommer komme. Was ist gut für die Badesaison-Linie? “Ein paar Schwimmzüge im Swimming Pool oder in der Limmat” seien gut.
- Tanze und kuche
- Ein sehr aktives Mitglied rief zu folgender Ersatzhandlung auf:
“Ein Sachertortenstück verputzen und dann die Kalorien wieder verbrennen bei einem Lambadatanzkurs!” - Geh aus
- Der letzte Tipp lautete schlicht: “Geh aus.” (Der betreffende Schauspieler meinte wörtlich: “Sinnlos betrinken”. Aber das wollen wir hier nicht veröffentlichen.)

